Laird Hamilton: Natur, Project Zero und das Leben auf einem Brett

Laird Hamilton gilt als einer der besten Big­Wave­Surfer aller Zeiten und hat die gewaltigsten Wellen der Welt bezwungen. Wie gelingt ihm das Spiel mit diesen unkontrollierbaren Gewalten? „Das Meer ist mein Zuhause“, so die lapidare Antwort.

Surfen auf der Leinwand: Geschüttelt, nicht gerührt!

Der 1964 in San Francisco geborene Hamilton hat sich geschworen, nie eine Gelegenheit ungenutzt verstreichen zu lassen. Wie ernst er das meint, wird in dem Dokumentarfilm „Take Every Wave“ klar, den die oscarnominierte Regisseurin Rory Kennedy gedreht hat. Der Film zeigt Hamiltons Karriere und sein Leben zwischen Wellenbergen und Wellentälern. Die Erzählung geht zurück zum Anfang seiner Karriere und verfolgt seinen Weg bis in die Gegenwart. Dabei dreht sie sich vor allem um seinen legendären Ritt auf der „härtesten je gesurften Welle“ am berüchtigten Riff von Teahupo’o auf Tahiti.

Bemerkenswert ist, dass der Film nicht im Surfer­Genre verharrt. Stattdessen konzentriert er sich auf ein sehr intimes Portrait von Hamilton und seiner Frau Gabrielle Reece, die als Profi­Volleyballspielerin und Model arbeitet. Schon lange hat sich Laird Hamilton daran gewöhnt, vor der Kamera zu stehen, und zwar nicht nur dann, wenn er mit dem Surfbrett weiße Spuren durch kristallblaue Wellen zieht. Mit 16 wurde er am Strand von Kaua’i als Model entdeckt, es folgten Aufnahmen für die italienische Männer­„Vogue“ und ein gemeinsamer Auftritt mit Brooke Shields. Hamilton war auch in einer ganzen Reihe von Filmen zu sehen: In der Monsterwellen­Dokumentation „Riding Giants“ spielt er sich selbst, während er in „Stirb an einem anderen Tag“ als Surfdouble von Pierce Brosnan zum Zuge kam.

Laird Hamiltons Haltung zum Surfen: meditativ, philosophisch, erforschend

Hamilton pflegt zum Leben und zum Surfen eine meditative Haltung. Für ihn bedeutet das Reiten auf Wellen eine ganzheitliche Erfahrung, die sich dem Wettbewerbsdruck beim Surfen entzieht. Großen Preisen geht er aus dem Weg, er ist viel mehr daran interessiert, sein inniges Verhältnis zum Meer zu erforschen.

„Meine Beziehung zum Ozean ist viel mehr von einem künstlerischen und philosophischen Ansatz geprägt, als man es normalerweise von einem Surfer erwarten würde“, erklärt er.

Diese Haltung hat mit seiner Kindheit auf Hawaii zu tun, wo die traditionelle Haltung gegenüber dem Meer einen großen Einfluss auf ihn ausübte.

„Die polynesische Kultur hat mein Leben geprägt“, so Hamilton. „Ich fühle mich dem Meer sehr nahe: einerseits im Sinne der Forschung aber auch als Verbindung zur Natur.“

Schutz der Meere: Die Bewegung „Project Zero“

Laird Hamilton hat in seiner Karriere auch viel Zeit damit verbrecht, neue technische Hilfsmittel beim Surfen zu entwickeln und auszuprobieren. So war er an der Erfindung des Tow­in­Surfens beteiligt: Dabei lässt man sich von einem Boot in Wellen schleppen, die schlicht zu groß sind, als dass man aus eigener Kraft hineinpaddeln könnte. Zudem ist er ein Verfechter des Foilboarding, also des Surfens mit einem Brett, das ähnlich wie ein Tragflächenboot über einen Flügel verfügt. Aber besteht nicht einen Widerspruch zwischen dieser technisch geprägten Annäherung an das Wasser und Hamiltons Nähe zur Natur? Er verneint:

„All diese Wasserfahrzeuge sind nichts als Mittel, um meine Beziehung zum Ozean zu vertiefen und ihn für mich zu nutzen.“

Doch es gibt einen Aspekt, bei dem Hamilton sich kompromisslos auf die Seite der Natur begibt: den Schutz der Weltmeere. Er ist an der Bewegung „Project Zero“ beteiligt [http://www.weareprojectzero.org/about], die das Ziel hat, die unterschiedlichen Ansätze zum Erhalt der kostbaren Ressource Ozean zu bündeln.

Photographer: Tim McKenna

Der 1964 geborene Hamilton gehört weltweit zu den berühmtesten Big­Wave­Surfern.

Hamilton war auch an der Erfindung des Tow­in­Surfens beteiligt, das Surfern das Hineinpaddeln in große Wellen ermöglicht.

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